PEGIDA – nicht in meiner Stadt

Protest gegen PEGIDA am Residenztheater München | CCBY Klaus Segatz

Erschienen auf der Flaschenpost.

Piraten auf dem Max-Joseph-Platz | CC BY Klaus P. Segatz

Piraten auf dem Max-Joseph-Platz | CC BY Klaus P. Segatz

Es war für die Veranstalter sicher nicht leicht, im vorweihnachtlichen München einen Platz für eine Veranstaltung wie die “Platz da! – Flüchtlinge sind willkommen!-Demonstration zu finden, denn an vielen zentralen Plätzen stehen die Buden der Weihnachtsmärkte. Der Max-Joseph-Platz bot den Teilnehmern auf jeden Fall nicht genug Platz – man stand bis zum Odeonsplatz. Die Polizei sprach von 12.000 Teilnehmern. Allerdings darf diese Zahl bezweifelt werden. Denn das Gesamtareal des Max-Joseph-Platzes umfasst etwa ca. 6.000 m2. Da die Polizei den gesamten Bereich absperrte, ist die vom Veranstalter genannte Zahl von 25.000 Teilnehmern glaubhafter. Diese Einschätzung wird von der bekannten Schätzgröße “2-4 Personen pro m2″ zusätzlich gestützt. Die roten, orangen und grünen Fahnen waren in der Mehrzahl, auch Gewerkschaftler und ein kleiner, aber peinlich-lauter Haufen der Antifa war dabei. Auch die Fahnen von christlichen Organisationen waren in der Luft.

Nichts zu sehen, war dagegen von der CSU. Ein Demonstrationsteilnehmer bemerkte trocken, dass die CSU immerhin die Polizei geschickt hätte. Auf der Bühne waren neben dem Oberbürgermeister Dieter Reiter (seine Rede ist im grünen Kasten nachzulesen) auch Konstantin Wecker, die “Sportfreunde Stiller”, Max Uthoff und Claus von Wagner von der ZDF-Satieresendung “Die Anstalt”, vier Geistliche der großen Kirchen sowie ein Chor des Staatstheaters, auf deren Vorplatz die Demonstration ja stattfand. Beim Chor war man sich wohl einig, dass jeder Demonstrationsteilnehmer bei Beethovens Sinfonie “Freude, schöner Götterfunke” mitsingen soll – deswegen wurden Notenblätter verteilt. Diese Maßnahme war aber nicht nötig, der Großteil der Demonstranten sang mit, ohne einen einzigen Blick auf den Text zu werfen.

Die Rede von Oberbürgermeister Dieter Reiter
Servus München, hallo. Schönen Abend.
Super, dass so viele Menschen hier sind, weil wir in München ein Zeichen setzen werden heute Abend. Ein Zeichen, dass München bunt ist und bunt bleibt. Ein Zeichen, dass München weltoffen ist, tolerant ist und beides auch bleiben wird. Bei uns, liebe Münchner, ist Platz für jeden Menschen. Für verschiedene Hautfarben, für Herkunft oder Muttersprache. Und: bei uns ist auch Platz für alle Religionen, für alle Gläubigen. Für die, die Freitags in die Moschee gehen, für die, die samstags in die Synagoge gehen, für die, die sonntags in die Kirche gehen und auch für die, die sonntags lieber zu Hause bleiben.Meine Damen und Herren, weit über ein Drittel der Münchner hat einen Migrationshintergrund. Und das ist gut so. Und wir werden in München das Thema Integration hinbekommen. Wir haben es bewiesen und ehrlich, jeder, der in der Bundesrepublik unterwegs ist, in anderen Großstädten, würde nie auf die Idee kommen, dass München den größten Migrantinnen und Migratenanteil hat – weil wir es gut hinbekommen haben mit einer Politik, die auf Integration, nicht auf Ausgrenzung zielt. Und weil das so ist, bin ich auch ganz sicher, dass in München Platz für Flüchtlinge ist. Für Menschen, die zu uns kommen, weil sie nicht mehr weiter wissen. Ich möchte ihnen mehr als ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen bieten. Ich möchte ihnen Heimat bieten!Die Münchnerinnen und Münchner haben sich in die letzten Wochen und Monaten unglaublich engagiert. Das zeigt sich auch heute wieder und deswegen ist heute die Gelegenheit auch einmal Danke zu sagen – danke an alle, die sich ehrenamtlich engagieren, sich damit beschäftigen, den Menschen hier eine Heimat zu bieten – Danke!Integration funktioniert, meine Damen und Herren. Wir haben es in München gemeinsam bewiesen. Es funktioniert mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern und mit einer vernünftigen Politik. Einer Politik, die den Menschen und nicht Kostenstellen in den Vordergrund stellen. Eine Politik, die Ängste abbaut und keine Ängste schürt.Dieser Abend hier heute zeigt München von seiner allerbesten Seite. Tausende Menschen stehen hier heute und stehen auch gemeinsam gegen Rassismus und gegen Ausgrenzung und so ist das richtig. Und natürlich – es gibt eine bundesweit durchaus heftige Debatte um den richtigen Umgang mit PEGIDA. Und natürlich will ich auch sagen: Es handelt sich nicht bei jedem Teilnehmer einer PEGIDA-Demonstration um einen Rechtsextremen. Aber man darf auch nicht so tun, als trügen Menschen, die sich an solchen Demonstrationen beteiligen, keine Verantwortung dafür, wem sie hinterherlaufen. Die Teilnahme an einer Demonstration ist schon eine bewusste Entscheidung und damit tragen die Teilnehmer durchaus auch eine Verantwortung. Und aus dieser Verantwortung können und dürfen wir die Teilnehmer von PEGIDA-Demonstrationen auch nicht entlassen.

Ich kann daher nur alle bitten, darüber nachzudenken, und sich genau zu überlegen, welchen Interessen sie durch eine Teilnahme an solchen Demos Vorschub leisten und ob sie das tatsächlich wollen. Natürlich – demonstrieren soll man und demonstrieren darf man in unserem Land. Aber Maßgabe muss schon Artikel 1 des Grundgesetzes sein: “Die Würde des Menschen ist unantastbar” – und daran muss sich jede Demonstration richten. In München jedenfalls, und das zeigen Sie heute alle in eindrucksvoller Weise, ist kein Platz für Hetze, für Verleumdung von Menschen und dafür ist diese Demo heute Abend ein unglaublich tolles Zeichen. Herzlichen Dank, dass Ihr alle hier wart.

Danke!

Die Sprecher auf der Bühne äußerten Abscheu für die Plattitüden, die die “Sprücheklopfer von Dresden” bei PEGIDA von sich geben. Verständnis für die “Sorgen und Nöte der Mitläufer” seien nicht gerechtfertigt, denn auch wenn viele der dortigen Demonstranten Sorgen um ihren Arbeitsplatz hätten, von Geldsorgen geplagt werden oder an hohen Mieten oder Arbeitslosigkeit leiden – diese Sorgen hätten nichts mit dem Islam oder Flüchtlingen zu tun. Vielmehr seien “deutsche Versäumnisse”, das fehlende Zuwanderungsrecht, der Grund für viele Missstände. In Dresden werde eben nicht für “das Volk gesprochen”. Die freiwillig bei Asylinitiativen für die Flüchtlinge eintreten, die in Kirchengemeinden und Sportvereinen mit Dolmetscherdiensten helfen und Flüchtlinge integrieren, die in Unterkünfte gehen und beim Nötigsten helfen, repräsentieren Deutschland viel treffender.

Die Vertreter der Kirchen machten klar, dass PEGIDA nicht im Namen des Christentums spricht – und dass Jesus als Aramäer schon bei der Geburt ein Flüchtling war und Zeit seines Lebens Flüchtling blieb. Konstantin Wecker sang von einem Land, das eine Willkommenskultur besitzt. Dabei hat er, ganz offensichtlich, einen Teil unseres PIRATEN-Programms vertont.

Vor Ort waren etwa 25 PIRATEN, teilweise extra aus Düsseldorf angereist, um in München ein Zeichen zu setzen. Unsere Fahnen waren weithin sichtbar und schafften es, bis in die Nachrichtensendungen. Mit der Teilname an dieser Demonstration zeigten wir Präsenz und auch, wofür die Partei steht: Offenheit und Toleranz für die Schwachen.


Kommentare

27 Kommentare zu PEGIDA – nicht in meiner Stadt

    • Moin, es gab tatsächlich zwei Piratengruppen die ihre Fahnen schwenkten. Du warst in keiner der beiden – dann standen also mindestens drei Piratengruppen rum. Das ist sehr erfreulich! CU

  1. spokesman schrieb am

    Hallo liebes Flaschenpost-Team,

    der Artikel ist wirklich toll, doch 2 Passagen gefallen leider nicht.

    1)

    und ein kleiner, aber peinlich-lauter Haufen der Antifa war dabei. was soll das? wieso müssen wir Menschen, welche sich gegen den Faschismus aussprechen so diffamieren? Vllt. will der Autor auf autonome Gewalttäter abzielen, doch konnte ich gestern in München keine davon erkennen, also warum versuchen wir hier eine solche Stimmung und Abgrenzung zu fahren? Vllt. verstehe ich den Text auch nur falsch und ihr meint die Antifa war zu leise, doch ist die Zweideutigkeit immanent – ich bitte also um Korrektur.

    2)

    wofür die Partei steht: Offenheit und Toleranz für die Schwachen. vllt. Toleranz weg und durch Inklusion ersetzen? Gedeckt durch: https://piratenpartei-bayern.de/wahlprogramm2013/Gesellschaft/ bzw: http://wiki.piratenpartei.de/BY:Positionspapiere/POS-084 denn – Toleranz greift eigentlich zu kurz, wikipedia: Toleranz, auch Duldsamkeit,[1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2] Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz

    Besser also: “Offenheit und Inklusion aller Menschen”

    (da Schwache auch irgendwie komisch klingt, genauer: Menschen von Vornherein als “Schwache” abzustempeln ist eine wertende Herabsetzung.)

    Danke, Beste Grüße, Servus und einen schönen Tag noch 😉

    • Moin, es freut die Redaktion immer wenn die, die bei einer Veranstaltung nicht dabei sein konnten, sich durch unsere Artikel gut informiert fühlen. Was die “peinlich-laute” Antifa betrifft kann ich das, da du nachgefragt hast, hier in einem Kommentar gerne etwas ausführen. Auf der Demonstration waren zwischen 20.000 und 25.000 Teilnehmer. Auf dem Max-Joseph-Platz sicher der grösste Teil davon. Die SPD war dort, die Linke, die Grünen und Piraten natürlich. Dabei waren auch Gewerkschaftler, Kirchengruppen und auch eben die Antifa. Die standen aber nicht in der Gruppe, sondern gingen um die Veranstaltung herum – aber darum geht es hier nicht. Es geht um das Brüllen von Parolen, immer wenn es auf der Bühne still wurde. Von “Hoch die Internationale” bis “Antifaschista” war alles dabei – wann immer der Geräuschpegel das möglich machte. Schön, dass einige ein derart lautes Organ besitzen. Aber es war keine Antifa-Veranstaltung, das Brüllen war störend! Die Demonstrationsteilnehmer kamen nicht, um diese Parolen zu hören. Es gab auch keine andere Gruppe die Pausen auf der Bühne nutze um eigene Slogans zu skandieren. Man stelle sich vor: aus 25.000 Kehlen ruft es “das Wir entscheidet”, “vorwärts immer, rückwärts nimmer”, “Kernkraft nein Danke” oder “arrrr”. Während andererufen “Samstag gehört Papi mir”, “Hosianna” oder eben “hoch die Internationale”. Das war jedem klar, nur der Antifa nicht. Das machte den Auftritt peinlich und berührte viele unangenehm.

      Was die Toleranz betrifft: Toleranz bedeutet ja nicht alles an- und hinzunehmen. Denn Toleranz setzt Augenhöhe und Gegenseitigkeit voraus. Dieses Konzept funktioniert gut im täglichen Umgang miteinander. Und wer diese Toleranz nicht lebt, siehe NSA und anderes, bekommt Gegenwind.

      Ich wünsche dir ruhige Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr!

  2. spokesman schrieb am

    ok, es ist verständlich, dass diese Rufe nicht jedem gefallen, dann muss dies aber im Text stehen. Der Abschnitt “aber peinlich-lauter Haufen der Antifa war dabei.” gibt mir einfach nicht die Information warum die Antifa als penlich-laut bezeichnet wird und warum Haufen?

    Mir ist schon klar, dass hier überspitzt darauf hingewiesen werden soll, dann empfehlen wir das doch. Die roten, orangen und grünen Fahnen waren in der Mehrzahl, auch Gewerkschaftler und einige Menschen von der Antifa, welche bis zum nächsten Protest gegen PEGIDA ihre Schlachtrufe dem Thema sicher anpassen werden.

    Ab davon muss man auf einer solchen Veranstaltung, wenn schon Protest drüber steht mit Protestrufen rechnen.

  3. balyva schrieb am

    Es spricht ja grundsätzlich nichts dagegen unterschiedlicher Meinung zu sein, nur weiß ich nicht ob die Antifa in diesem Zusammenhang wirklich thematisiert werden muss. Im günstigsten Fall waren alle Demonstrantinnen die gegen PEGIDA sind gleichzeitig Antifaschistinnen, dem Begriff muss nun kein negatives Label aufgedrückt werden. Ein paar lautstarke Personen als Buhmenschen hinzustellen, weil sie maximal nervig waren, das leuchtet mir nicht ganz ein. Das können PIRATEN ja genauso. Ich finde allerdings, dabei lässt sich auch mal etwas Toleranz walten lassen. 😉 Wobei mir by the way im Alltag Toleranz zu wenig ist, für Augenhöhe setzte ich Akzeptanz voraus.

    • Michael Renner schrieb am

      Wie der Zufall so spielt kam zeitgleich ein Artikel in der ZEIT raus in dem folgendes stand:

      Der Professor ist damit zufällig zum Aktivisten geworden. Auf der Gegen-Pegida-Demo war er aber “natürlich nicht”. Kirschbaum möchte sich nicht “vor den Karren spannen lassen von Antifa und anderen Bewegungen. Das ist nicht meine Sache.” Auch er will “auf keinen Fall zur Polarisierung beitragen”.

      Ich ertappte mich auch schon gelegentlich bei solchen Gedanken: “eigentlich sollte ich gegen die Spacken auf die Strasse gehen, aber ‘Seit an Seit’ mit der Antifa möchte ich auch nicht gesehen werden”. Ich weiss von einigen Piraten, dass sie wegen des aggresiven Auftretens der Antifa nicht mehr auf Demonstrationen gegen Rechts gehen. Die sagt dann, dass nur sie den Kampf gegen Rechts aufnehmen. So einfach gestrickt kann ein Weltbild sein.

  4. Pegida ist offenbar eine – zumindest in Teilen Deutschland recht breite – Volksbewegung von bislang eher unpolitischen Menschen,die sich mit relativ unkontrollierten Éinwanderungsbewegungen von mittlerweile ganzen Bevoelkerungsteilen (!) konfrontiert sehen und sich von den verantwortlichen Politikern alleingelassen fuehlen.

    Nur eine Aufnahme in Sammelunterkuenfte loest das Problem naemlich nicht, wie viele Politiker jedoch meinen,sondern das Follow-Up ist entscheidend. Es muss eine Perspektive her ! Die meisten Einwanderer und Fluechtlinge kommen mittellos, ohne Ausbildung, ohne irgendwelche verwertbaren Sprachkenntnisse, dafuer aber haeufig mit vielen kleinen Kindern. Da ist die Frage doch legitim, wie das denn weitergehen soll. Solche Frager allesamt gleich in eine extrem rechte Ecke zu bugsieren, waere zwar bequem, wird aber den Problemen nicht gerecht.

    Seltsamerweise hat gerade die CDU/CSU hier besonders laut protestiert,wiewohl sie in der Vergangenheit (1966) sogar einen Bundeskanzler auf den Schild gehoben hatte, der von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP war und damals auf Nachfrage sagte, er sei “weder aus Opportunismus, noch aus Ueberzeugung” 1933 jener Partei beigetreten. (Tja – was bleibt denn da sonst noch ??)

    Natuerlich muss man die PEGIDA-Bewegung genau beobachten, aber die verantwortlichen Politiker und auch die Medien muessen sich die Frage gefallen lassen, ob sie der Bevoelkerung wirklich die Wahrheit sagen, oder ob sie (besonders die Presse) mit genormten, zuvor im Presserat abgestimmten codierten Formulierungen arbeiten, um die Leser-, Zuschauer- und Hoererschaft in Deutschland in einer bestimmten Richtung zu beeinflussen. Gehen Politik und Medien wieder offener mit dem Buerger um, dann werden auch Bewegungen wie PEGIDA wieder sehr an Profil verlieren.

  5. Jürgen Stock schrieb am

    Die PIRATEN bilden in München zusammen mit der FDP und der Wählergemeinschaft HUT eine oppositionelle Fraktion. Aber die Flaschenpost scheint den Steigbügelhalter der SPD zu spielen, indem sie die Rede Dieter Reiters abdruckt. Die so wenig eindruckvoll ist, dass nicht einmal die SPD München sie auf ihrer Homepage vorhält. Wenn es diese Rede irgendwo im Netz gibt, ein Link hätte es auch getan

  6. Stinne schrieb am

    Aha, der Jürgen Stock. So liest man sich wieder.

    Nun, falls du was zum Thema des Artikels sagen möchtest dann höre lesen sich die Leute hier das gerne durch – in deinem Kommentar finde ich jedenfalls nichts dazu außer das üblich gebashe für das du so berüchtigst bist

    Sei doch so lieb und beteilige dich zumindest einmal konstruktiv an einer Diskussion, ja? Und das bitte ohne Beleidigungen, wir sind hier nicht bei der progressiven Plattform oder der AntiFa.

    Stinne

  7. spokesman schrieb am

    aber ‘Seit an Seit’ mit der Antifa möchte ich auch nicht gesehen werden”.

    Mh, also wenn jedes Bündnis so angegangen wird, dann brauchen wir wohl keine Bündnisse mehr.

    Ich denke im Grunde ist hier nicht die Antifa gemeint, es sind Gewalttäter*innen gemeint, welche Aufgrund des ähnlichen Kleidungsstils “der” Antifa untergeschoben werden. Hier stellt sich dann zudem die Frage: wie und was wird als Gewalt definiert und ab wann sprechen wir uns gegen Gewalt aus. Ist eine Blockade Gewalt, wie sieht es mit “Schottern” an einem Bahngleis aus? Hier muss jeder eine Definition für sich treffen.

    Jeder hat sein eigenes Bild von der Antifa, nach den bisherigen Erfahrungen kann ich in meinem Heimatlandkreis nur ein positive Erfahrungen wiedergeben. Obwohl nur noch ein AntifaJugendBündnis besteht, haben diese Menschen mehr Zivilcourage in den letzten Monaten und Jahren gezeigt, als die vorhandene(?), umworbene “Mitte” der Gesellschaft

    daher:

    Vorurteile abzubauen und das Miteinander zu fördern

    (Psst, das ist aus unserem Programm)

  8. Man ist nicht gleich ein Steigbügelhalter, wenn man die Rede des Bürgermeisters passend zum Artikel bzw. passend zur Aktion einfügt! Zudem finde ich die Rede gut. Wir brauchen auch nicht so feindseelig auf Aktionen anderer Parteien oder Organisationen reagieren, wenn wir Piraten der gleichen Einstellung sind.

    Ich habe auch keine Angst vor Gruppierungen wie Antifa. Wenn ich deren Einstellung uneingeschränkt teilen würde, würde ich deren Banner tragen. So trage ich halt das Banner der PIRATENPARTEI hoch, weil ich hinter deren Forderungen und Ziele stehe. Es wäre wohl ziemlich unwahrscheinlich, dass verschiedene Gruppierungen nicht in den ein oder anderen Themen Schnittpunkte aufweisen. Koalitionen können auch zielführend sein …

  9. Es ist erfreulich zu hoeren, dass selbst in Muenchen die rechtaussen-lastige CSU keinen so grossen Einfluss hat, dass sie eine Anti-Rechts – Demo stoeren koennte. Gleichwohl darf nicht ausser acht gelassen werden, dass diese PEGIDA-Bewegungen nicht zufaellig entstanden sind. Schablonisierter Medien- und Politikersprech ist in grossem Mass mitverantwortlich dafuer, dass ansonsten eher unpolitische Buerger sich irregefuehrt, bevormundet und mit den offensichtlicvhen Folgen nahezu unkontrollierter Einwanderung, ueber die man sich mittlerweile sogar schon in Canada aufregt, alleingelassen fuehlen.

    Vor allem wird derzeit nicht differenziert zwischen einerseits Einwanderung, die sozial und fachlich gut integrierbar und willkommen ist und derjenigen Einwanderung, bei der es darum geht, aus Naechstenliebe zunaechst einmal zu helfen und Menschen ein Dach ueber dem Kopf zu bieten und andererseits derjenigen Einwanderung, bei der es unter gezielter Missbrauchsabsicht mit Hilfe organisierter Schlepperbanden ausschliesslich um eine Einwanderung ins Sozialsystem auf Kosten der Steuerzahler geht. Politiker und Medien handeln hier fahrlaessig, wenn sie diese essentiellen Unterschiede nicht klar herausarbeiten !

    Und wehe, wenn jemand einen Zigeuner einen Zigeuner nennt (obwohl die sich ja meist selbst so nennen und sie in allen europaeischen Laendern ebenso genannt werden duerfen….). oder zB das Stichwort “Willkommenskultur”: es ist beleidigend und ungerecht, dem Menschen in Deutschland generell vorzuwerfen, sie haetten keine “Willkommenskultur”, denn es ist nachweislich unwahr und diese Unwahrheit wird von Medien und Politikern gebetsmuehlenartig wiederholt, um den Menschen ein schlechtes Gewissen einzutrichtern. Da kann man schon verstehen, dass so mancher bei PEGIDA mitmarschiert und Aussagen an die Medien verweigert – was koennte er denn sonst tun – eine Kerze ins Fenster stellen vielleicht ?! Auch die monatlich veroeffentlichten Statistiken zur Arbeitslosigkeit, die, wie mittlerweile fast jeder weiss, in dreistester Weise geschoent werden (besonders, wenn wieder mal eine Wahl bevorsteht),veraergern die Buerger nachhaltig, denn sie fuehlen sich dabei von Regierungen und Medien belogen.

    Wenn Politiker und Medien bei den gravierenden gesellschaftlichen Problemen wieder zu mehr Offenheit und Wahrheit zurueckfinden, werden diese PEGIDA-Bewegungen auch wieder kleiner werden. Das sollten sich die Verantwortlichen endlich mal hinter die Ohren schreiben, statt staendig scheinheilig zu fragen, was denn wohl der Grund fuer diese PEGIDA-Bewegungen sein koennte.

  10. Rüdiger schrieb am

    Ein politisches Bewusstsein der Bevölkerung finde ich durchaus begrüssenswert. Zeigt es doch auf wo, wie, und von wem sich viele Menschen haben beeinflussen lassen. Bedenke ich, dass die nahezu gleichgeschalteten Massenmedien der Mainstream und selbst Hollywood Filme eine Art Vorbildfunktion haben, brauche ich mich über das Ergebnis kaum noch zu wundern. Wie oft haben selbst ARD und ZDF manipulierend oder falsch berichtet, damit es ins politische Gesamtbild passte.

    Bedenke ich, dass unser System auf Schuld-Geld aufbaut und es diesem System z.B. wegen der Zinsen und wegen dem Zinseszins alle ca. 100 Jahre explosiv schlecht gehen muss, sind soziale Unzufriedenheiten, gleich welcher Art, nur die Vorboten einer eventuell sogar gewollten Eskalation. Zinsen waren eben schon zu Jesus Zeiten sehr umstritten. Manche Religionen bzw. deren Anhänger meiden Zinsen sogar noch heute!

    Aus meiner Sicht sollten wir Flüchtlinge nicht willkommen heißen, weil es eine große Schande ist, dass es überhaupt Menschen gibt, welche zu Flüchtlingen gemacht werden. Die Forderung müsste also lauten; Flüchtlinge gar nicht erst entstehen zu lassen. Hilfe zur Selbsthilfe und irrwitzige Kriege oder andersartige Provokationen gar nicht erst zu führen! Was kann getan werden, dass Menschen vor Ort und in ihrer angestammten Heimat glücklich sind und glücklich bleiben? Bekommen manche über das Fernsehen etwas vorgegaukelt, was sich aber in der erlebten Realität dann gar nicht mehr so gut anfühlt?

    Wer zu uns kommt, soll idealer Weise kommen, weil er gerne und aus freien Stücken zu uns kommen will und nicht, weil diese Menschen angeworben wurden, oder aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

    Wenn eine Gruppe gegen die andere Gruppe demonstriert werden Gräben geschaffen, welche weitere Konflikte fördern. Wir brauchen derzeit aber eine Einheit, welche sich für den Frieden einsetzt. Und wir brauchen eine Gesellschaft, welche genauer hinsieht, um unser Globales System besser hinterfragen und stetig verbessern zu können.

    Wir müssen uns fragen was von unserer Kultur und unserer Tradition noch übrig ist und wo unsere Wurzeln sind! Das selbe muss sich auch jeder Flüchtling fragen. Vielleicht haben unser aller Kulturen das gleiche Schicksal in unserer Globalen Welt, nämlich, dass es gelebte Kulturen immer weniger geben wird. Somit wird die Welt auch immer weniger Bunt und an Vielfalt verlieren.

    Es wäre dringend angesagt einen friedlichen Übergang in ein besseres System zu finden. Damit die zerstreuten Gruppen und gegeneinander aufgewiegelten Menschen am Ende nicht wieder die Dummen sind! Die Autonomie des einzelnen sinnvoll zu fördern ist unser höchstes Gut! Die nächsten Jahre werden wohl sehr spannend werden!

  11. Sperling schrieb am

    Flüchtlinge wurden und werden in keinem Land der Welt von der Breite der Bevölkerung problemlos willkommen geheißen, denn “Willkommen heißen” bedeutet das man sich ehrlich und total freut das derjenige hier ist (wie wenn Omi mich besuchen kommt). Ich glaub die Mehrheit freut sich nicht direkt darüber das sie hier sind, allerdings ist sie bereit Flüchtlinge aufzunehmen und Obdach zu geben – wenn auch nur für eine gewissen Zeitraum. Ich erinnere an die Flüchtlinge aus dem ehem. Jugoslawien die unsere Gäste waren und – manchmal zu früh, manchmal mit menschenrechtswidrigen und asozialem Vorgehen – weitgehend zurückgekehrt (worden) sind.

    Der Staat setzt immer Grenzen, die ich zwar nicht gutheiße, deren Existenz aber auch notwendig sind um die Bevölkerung nicht den rechten Rattenfängern in die Hände zu treiben. Denn durch die sich immer mehr verbreitende Armut in immer weiteren Schichten der Bevölkerung ergibt sich, gepaart mit Existenzängsten und der Sinnfrage, eine Stimmung die einen “Sündenbock*” sucht. PEGIDA und andere, von braunem Gesindel organisierte Demos, nutzen diesen Mechanismus. Meiner Meinung nach wissen viele der Teilnehmer das sie damit Druck auf die Regierung ausüben können.

    Zukunft hat das zwar keine, nutzen wird es aber den Scharfmachern in CSU/CDU/SPD die dann wieder mehr Sicherheit und weniger Freiheit fordern werden – sowie dem braunen Rändern dieser Parteien (CSU, Sarrazin etc.)

    Sperling

    * Gebraucht wird ein Sündenbock wenn eine Gesellschaftsschicht oder Gruppe sich bedroht fühlt – geschickte Manipulatoren stellen dann eine falsche Verbindung zwischen Bedrohung und dem ausgewählten Sündenbock herum die Gemeinschaft zu einigen.

  12. Moin Rüdiger,

    jetzt wünsche ich mir ernsthaft, dass du zu den PEGIDA-Demonstrationen gehst. Dass du denen, die “das ist Deutschland hier”, “rettet das Abendland” und “gegen die Überfremdung Deutschlands” rufen deine Argumente von der freiwilligen Einwanderung entgegen bringst. Von Dresden aus könntest du gleich weiter zur Mittelmeerküste reisen um den Flüchtenden aus Afrika und dem Nahen Osten zu erklären, dass wir zwar auch Schuld an der Misere in ihrer Heimat haben, sie aber getrost wieder umkehren können, weil wir uns zukünftig bemühen unsere Wirtschaft anders zu gestalten.

    Nein, sind wir ehrlich. In Dresden ruft keiner “wer zu uns kommen will soll das dürfen” oder “fairer Aussenhandel” oder gar “keine Rüstungsexporte in Krisengebiete”. Ich bin davon überzeugt, dass 99.99% der PEGIDA-Demonstranten keine klassischen Nazis mit Baseballschägern und Bomberjacken sind, die abends Flüchtlingsunterkünfte und die dort wohnenden Menschen anzünden und nachts jüdischen Friedhöfen schänden. Sondern dass es ihnen tatsächlich wirtschaftlich schlecht geht. Und sie ein wenig Hoffnung suchen. Und sich aber denen anschliessen, die vorgeben die Ursache für ihre Misre gefunden zu haben: die, denen es noch schlechter geht als ihnen selbst und die, wegen denen die Zukunft nicht mehr so gesichert scheint wie vor 10, 20 oder 30 Jahren. Moslems, Homosexuelle, Kinderlose, Einwanderer und Füchtlinge tragen daran den kleinsten Anteil – wenn es überhaupt relevant ist. Und diese rechten Rattenfänger, von PEGIDA über “Die Rechte” bis zur AfD, instumentalisieren ihre Not mit kruden Theorien über ein “national befreites Heimatland”.

    Die Ursache für wirtschaftiche Unsicherheiten (mehr im Osten Deutschlands als in den alten Bundesländern) ist tatsächlich aber eine andere: Die Umwälzungen nach der Wende! Wer sie mit 40 mitmachte musste seine bisherige Lebensplanung auf den Müll werfen. Gerade in einem Alter, in dem alle Grundsteine für die Zukunft gelegt sein sollten, ab dem unter normalen Umständen von den Vorarbeiten (Studium, Ausbildung etc) profitieert und der Wohlstand gemehrt wird, wurde das in DDR-Betrieben erworbene Wissen nutzlos. Oft schloss sich Arbeitslosigkeit und Harz IV an. Diese “Abgehängten des Vereinigungsprozesses” stellt heute die Hauptgruppe bei den PEGIDA-Demonstrationen. Schlimmer noch: Während jüngere 1989 die Chance ergriffen auch ihrerm Berufsleben eine Wende zu einem sicheren Einkommen zu geben haben die Rentner damals wie heute diese Chance nicht. Das einzige Einkommen ist die Rente. Sie sind auf die monatlichen Überweisungen der Rentenkasse angewiesen. Sie haben keine Chance an einem Schräubchen zu drehen um mehr Geld einzunehmen. Einem Rentner hilft keine Fortbildung mehr, keine Umschulung, kein Umzug in eine Stadt mit mehr Arbeitgebern. Sie selbst können diese schwarze Zahl, die monatlich auf dem Kontoauszug steht, nicht mehr beeinflussen. Wo diese beiden Effekte zusammen treffen wird es gefährlich radikal. Denn wer nach 20 oder 25 Jahren ohne dauerhaften Arbeitsvertrag den Rentenbescheid bekommt wird seie Lage endgültig realisieren. Diese Menschen sehen wir heute in Dresden nach der Vergangenheit rufen.

  13. Christian Kühne schrieb am

    Antwort a) zu Gerhard L. Mueller-Debus‘ „Schrieb“ vom 27. Dezember 2014 um 4:14 pm und Wir sind seit den 1960ern im Westen und seit der Wende auch noch zusätzlich im Osten einer ungewollten 1-Kind-Politik unterworfen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, liegen aber zum einen in der Kirchengeschichte, z.B. 1563 Konzil v. Trient (Monogamie als sexuelle Ausschließlichkeit war seit dieser Zeit fest geschrieben und im Sakrament Ehe festgelegt) und zum anderen im Shareholder-Value-Kapitalismus begründet: Heute nun werden Arbeitskräfte gebraucht, egal woher, wenn möglich christlich und gut ausgebildet (u.a. A. Merkel). Sachsen weist lt. Statistik den höchsten Altersdurchschnitt deutschlandweit auf? Wenn dieses hohe Alter stimmen sollte (in Cottbus übrigens liegt es bei ca. 47 Jahren), dann ist nicht nur die Fertilitätsgrenze (bald) erreicht, sondern eben auch Protest angesagt. Die Sozialstrukturen sind dann so nicht mehr zu halten. Entweder müssen nun neben den geplanten ca. 120 Milliarden an Sozialausgaben für 2015 noch wesentlich mehr für 2016 hinzugeplant werden oder die Familiensysteme werden neu überdacht oder, ja oder Einwanderung muss her. Die PIRATENPARTEI hat ja etwas in ihrem Programm geschrieben (übrigens fast Konform zu einem EKD-Papier), es steht nur eben nicht am Programm(es)anfang sondern mittendrin. Am Anfang muss es aber nun mal stehen, und unmissverständlich deutlich!! Da ohne gesicherten Nachwuchs auch eine hoch zivilisierte Gesellschaft verschwindet wird jedem klar sein. Da wird dann auch jedwede Diskussion, ob über die ASSE (zur Atom-Müllbeseitigung), über das Artensterben der Tiere oder die globale Erderwärmung überflüssig.

    Antwort b) Zu Rüdigers „Schrieb“ vom 28. Dezember 2014 um 2:25 Wir müssen uns fragen was von unserer Kultur und unserer Tradition noch übrig ist und wo unsere Wurzeln sind! Ja wo sind sie?? Nachzulesen in „Kirche, wo bist du?“ v. C. Nürnberger: Die ursprünglichen Lebensgemeinschaften von bis zu 50-Personen tragen sich selbst, ohne Steuergelder.

  14. Rüdiger schrieb am

    Die Bezeichnung “Flüchtling” ist im Gegensatz zu “Eroberer” eine menschliche Abwertung und drückte zu früheren Zeiten und auch heute noch aus, dass die Politik vor Ort versagt haben muss. Leider wird lieber pauschal über Flüchtlinge gesprochen statt über die politischen Verursacher zu Reden! Dass Menschen in Not geholfen werden muss ist die eine Seite, dass man aber die unfähigen Verursacher zur Verantwortung zieht, oder zumindest deren Fehler offen legt, damit dergleichen vermieden werden kann, sollte selbstverständlich sein!

    Die Pegida ist eine Bewegung von der ich noch zu wenig weiss. Es war für mich verwunderlich wie schnell diese Menschenmenge zustande gekommen ist. Ob diese Bewegung echt oder installiert wurde, wird sich später zeigen, vielleicht, wenn man andere Ereignisse im Zusammenhang erkennen kann. Die Möglichkeit, dass viele Menschen mit Argwohn auf Zuwanderer reagieren, weil sie selber leiden, kann natürlich Stimmen, wenn sich ihr Argwohn dann pauschal auf alle “Moslems” beziehen würde, dann ist das ein riesiger Fehler all derer die dies tun und derer die medial und politisch diese Vorlage geboten haben. Wenn nur ein Rechtsaussen von 10000 an der Pegida teilgenommen hat, wie soll dann die Pegida von extremen Rechten angeführt worden sein? Also wer da was instrumentalisiert ist die Frage? Profitieren tun die Medien und letztlich fördert diese Geschichte das Prinzip von teile und herrsche. Übrigens sollte man beschämender Weise nicht vergessen, dass in der Ukraine Nazis, die sich selbst so nennen vom Westen unterstützt wurden. Daran kann jeder sehen, dass in der Politik alles möglich ist, wenn die Achse des Guten regiert. Über NSU gäbe es bestimmt auch einige Lehrstücke. Krieg ist Politik mit anderen Mitteln und spätestens hier bleibt die Wahrheit auf der Strecke.

    Ich würde mich eher zu Montagsdemos hingezogen fühlen, um mich für den Frieden zu bekunden. Aber selbst diese werden ja bekanntlich hin und wieder diffamiert. Vor der Rede “Eugen Drewermann’s” habe ich großen Respekt, denn es ist Beachtenswert, wenn Menschen in seinem Format und mit seiner langen Lebenserfahrung, es für notwendig erachten, sich wieder einmal, sehr angaschiert für Frieden einzusetzen zu müssen! Er ist zum Glück längst nicht der einzige.

    Danke, für den Buchtipp, werde ich mir anschauen. Ich finde es beunruhigend, wie sich fast alle Menschen in eine Computer technologische Abhängigkeit begeben über die sie wenig Macht und fast keine Mitbestimmung haben. Wer die Welt vor 40 oder mehr Jahren in Erinnerung hat, der hat von der Zersiedelung unserer jeweiligen Heimat ein gutes Stück mitbekommen. Der Kontrast von Damals zu Heute ist extrem und keineswegs besonders positiv. Die letzten Jahre, wurden unsere Wälder regelrecht geplündert. Meiner Meinung nach sind z.B. die Altbestände von alten Eichen oder besonderes alte und edle Nadelhölzern im Allgäu gerade in den letzten Jahren massiv beseitigt worden. So meine Beobachtung! Allerdings wäre es schöner, wenn ich mich da täuschen würde. Die industrialisierte Waldwirtschaft schmerzt mich sehr! Die Landschaftsverändernde Eingriffe in die Natur durch die Flurbereinigungen tun ihr übriges. Wer Heimatgefühle oder Naturverbundenheit kennt, der muss ziemlich enttäuscht sein. Hinzu kommt, dass bei den meisten Grossprojekten die EU und wirtschaftliche Interessengruppen dahinterstehen. Aber vielleicht ist das ja alles im Buchtipp zu finden. Ändert aber dann auch nicht viel. Wenn Menschen immer schlechter informiert oder nur scheininformiert werden und keine Verbindung zu ihrer direkten Umgebung haben, dann kann das zwar so gewollt sein, aber wirklich gut ist das überhaupt nicht. Natürlich ein Polizist der seine Landsleute kennt geht mit ihnen tendenziell menschlicher um als ein Polizist der Heimatfremd seine Arbeit verrichtet.

  15. spokesman schrieb am

    Wenn nur ein Rechtsaussen von 10000 an der Pegida teilgenommen hat, wie soll dann die Pegida von extremen Rechten angeführt worden sein? Also wer da was instrumentalisiert ist die Frage?

    in Dresden ein Rechtsaußen von 10.000? das wäre ja ein (fast)top Zustand! Bei der Betrachtung der Wahlergebnisse in und um Dresden wird doch jedem klar, dass a) rechte Parteien großen Zulauf haben und b) die Bomberjacke und Co. gegen den Windbreaker/Funktionsjacke getauscht wurden. Auch der Stil der Tätowierung hat sich angepasst, jetzt gibt es Runen unter bunten Sternen und Blumen.. die Szene ist im Wandel. Deutlich wird der Wandel auch im Sprachgebrauch der Strippenzieher, welche sich im “Deckmantel der Demokratie” auf Meinungsfreiheit und den Pressekodex stützen. Multiplikatoren und Mitläufer haben dies längst übernommen und partizipieren hierbei kräftig mit – Abendland lässt grüßen. Aktuell setzen sie bei vielen regionalen Zeitungsartikeln, welche mit “weiteres Asylheim in $Ort” oder gar “noch ein Asyllager in $Ort” titeln, mit den letzten paar Tropfen Hetze nach – das passiert dann oft online bei den Zeitungen selbst oder bei facebook. Parallel dazu wirken Freie Netze mit eigenen Online Auftritten, welche das nächste Hetzlevel einläuten. Offline wirken Freie Netze zudem mit Flugblättern, Flyern oder gar Zeitschriften. Erschwerend kommt in Dresden und den anderen neuen Bundesländern hinzu, dass nicht wenige Personen über den Fußball erreicht werden. HoGeSa war hier wohl nur ein Vorbote – ich erinnere, dass hier AFD und NPD ebenfalls “gewirkt” haben.

    Das wir an die Ursachen ran müssen ist klar und gehört scheinbar nur noch bei der Piratenpartei zum Lösungsansatz. Da die Welt aber nicht einfach ist und die Flüchtlinge jetzt da sind, müssen wir sie aufnehmen und uns für sie einsetzen. Die Situation ist mehr als bescheiden, der Mitgliederschwund gibt uns wohl aktuell den Rest.

  16. claus martin schrieb am

    Es ist in wahrscheinlich in allen Bevölkerungsgruppen dieser Erde üblich, dass man Menschen in Not hilft. Dafür gibt es viele Beispiele in allen Kulturkreisen, unabhängig von Religion oder Hautfarbe. Deutschland hat in seiner Geschichte Millionen von Menschen in verabscheuungswürdiger Weise das Leben zerstörit; angefangen bereits bei “Karl dem Grossen”, einen Massenmörder, den die Stadt Aachen glaubt ehren zu müssen oder “Wilhelm II”, den die Stadt Köln mit Denkmälern an der Deutzer Brücke glaubt ehren zu müssen. Seit “Karl dem Grossen” waren die meitsen Regierenden in Deutschland abscheuliche Massenmörder. Deshalb hat Deutschland eine moralische Verpflichtung, möglichst vielen Menschen in Not zu helfen. Wenn unfähige Politiker wie Wowereit und viele andere nicht immer wieder zig-Milliarden Steuergelder unsinnig verschwenden, weil sie unfähig sind, mit Steuergledern verantwortungsvoll umzugehen, haben wir auch ausreichend viele Geldmittel dafür. Wir sollten die Asylanten als Chance gebreifen, dass sie unsere Gesellschaft bereichern und uns vor dem engstirnigen Kleinbürgertum bewahren, in dem die Parolen von Wilhelm II oder Hitler gedeihen konnten. Allen Asylanten sofort Arbeit geben; sie und ihre Kinder exzellent ausbilden, so dass sie entweder in Deutschland einen wertevollen Beitrag leisten können oder später in ihre Heimatländer zurückkehren können und dann gute Freunde von Deutschland sein werden. Eingebettet in ein globales Netzwerk von Freunden; das sollte unser Ziel sein.

  17. Saarfranzos schrieb am

    PEGIDA ist im Grunde eine linke antifaschistische Bürgerbewegung gegen den von den Arbeitgeberverbänden geforderten massenhaften Zustrom von billigen Zwangsarbeitern. PEGIDA sieht die Gefahr, dass Heimatvertriebene unter dem Verlust von Heimat, kultureller Identität in der Fremde zwangsläufig sich in ihre faschistische Heimatkultur flüchten und ihre “ungläubigen” Gastgeber hassen müssen, weil die ihren Heimatländern jede Hilfe verweigern und nur wirtschaftliche Ausbeutung und imperialistische Kriege bescheren. In Wahrheit gibt es also durch PEGIDA einen antifaschistischen Linksruck auf der Straße, der die Zuwanderungspolitik nicht länger den Interessen der Wirtschaftsverbände und ihren Handlangern in den etablierten Parteien überlassen will. Es ist schon grotesk, dass pseudo-linke Gutmenschen in ihrem postchristlichen Helfersyndrom statt sich für Entwicklungshilfe, einen fairen Welthandel, den Stopp von Waffenexporten usw. einzusetzen, sich zu Erfüllungsgehilfen eines globalen Menschenhandels machen!

    • Michael Renner schrieb am

      Ich würde nicht so weit gehen Pegida als antifaschistisch zu bezeichnen, vor allem weil viele Antifaschisten ja gegen Pegida demonstrieren. Links ist Pegida so sehr wie Pegida rechts ist. Da stossen die Ränder aneinander und fühlen sich im Antiamerikanismus (und der Bewunderung für Putin, der starke Mann der Politik den manche sich erhoffen) verbunden. Das hat Thomas Assheuer in einem lesenswerten Artikel in der ZEIT schön recherchiert. Pegida stellt sich je nach Zielpublikum passend dar. Den einen präsentiert sich diese “Bewegung” als links, antifaschistisch, spricht von den bemitleidenswerten Flüchtlingen und dem harten Brot der Erwerbsarbeit. Gegenüber anderen werden Begriffe wie “Abendland”, “Islamisierung” und “Heimat” verwendet, um nach Anhängern zu fischen. Die stehen dann gemeinsam auf der Strasse um unter schwarz-rot-güldenen Fahnen gegen alles mögliche zu protestieren.

  18. Rüdiger schrieb am

    Ok, die Leute die zur Pegida gehen sind ein Stückweit frustriert, weil sie sich mit ihrer veränderten Lebensplanung nicht so recht abfinden können. Deshalb fallen ihnen die Moslems ein, vielleicht, weil sie mit zwei Flugzeugen in die zwei Türme in New York geflogen sind und sie dadurch erstaunlicherweise sogar drei Türme zum Einsturz gebracht haben. Die Medien haben sich statt auf den dritten Turm, lieber auf die bärtigen Moslems konzentriert. Was Pegida wirklich will, verrät sie uns nicht und schon gar nicht offiziell über das Medienpack der Mainstream. Ausser den findigen Journalisten, welche vorgeben, von Russia Today zu sein. Sie nehmen die ganze Veranstaltung erst mal so richtig auf die Schippe und die Sache ist geklärt? Die Pegida wird immer noch grösser. Hallo! Hier passt entweder alles gut zusammen oder es passt eben nichts mehr hinten und nichts mehr vorne!

    Immerhin kann ich solange wir genaueres in Erfahrung bringen wollen, das Thema Pegida kontrovers diskutieren.

    Als die grossen Aktiengesellschaften massiv ihre Steuerabgaben reduzierten, hieß es das wäre halt so weil deren eigene Rechtsabteilungen immer findiger würden. In Wahrheit bräuchte nach Gesetzeslage gar keiner mehr Steuern zu bezahlen, welche ohnehin noch nicht einmal für die Zinstilgung der Staatsverschuldung reicht. Es gibt fast keinen Bereich, welcher nicht systemgeschädigt ist.

    Meine Meinung ist, die Abläufe möglichst ganz zu betrachten und sie offen zu legen. Politik ist ein weites Feld und bestimmt komplizierter als Schach, weil es Spielregeln gibt, welche von vielen Seiten viel mehr oder viel weniger eingehalten werden. In der Politik ist eigentlich alles Erlaubt! Die Spannweite der Politik geht von Frieden bis Krieg und ist mehr oder weniger Aggressiv.

    Wahrscheinlich gibt es so viel Politik wie es Menschen gibt, denn jeder hat eine ganz andere Sicht der Dinge. Jeder schaut auf ein anderes Detail. Das ist gut so! Bei genauerem hinsehen fällt dann allerdings auf, durch welche Medien und andere Mechanismen die Menschen beeinflusst werden und wer davon profitiert.

    Viele denken, das große politische Ziel stünde in der Bibel, es gehe um die alleinige Weltherrschaft und alles würde ablaufen wie in der Apokalypse beschrieben. Die Parallelen zur Realität sind verblüffend und wir sollten natürlich alle daran interessiert sein, dass es eben nicht so kommt. Einer alleinigen Weltherrschaft Vorschub zu leisten ist wohl so ziemlich das dümmste was ich nur tun kann, wenn mir Selbstbestimmung und Freiheit noch etwas bedeuten!

    Es ist natürlich ein hartes los, das die Regierenden in Deutschland zu tragen haben 😉 In anderen Teilen der Welt war und ist das natürlich mit den Regierenden viel humaner und auch geschichtlich humaner gewesen. Und genau deshalb, weil alle ausser die Regierenden in Deutschland so human sind oder waren, gibt es so viele, die wir als Flüchtlinge, Hilfesuchende, Emigranten oder Asylanten begrüssen dürfen. Fügen wir uns unserem Schicksal gnadenlos und hingebungsvoll und hüten uns davor, andere Teile der Welt für ihre Politik zur Rechenschaft zu ziehen, wenn es um Einwanderung geht. Das Drehbuch, wie alles kommen wird ist längst geschrieben. Wenn Satire der politischen Realität zu nahe kommt, dann sollten wir uns am besten weiter veräppeln lassen und friedlich warten bis der Spuk vorüber ist… Hier noch ein paar Links, welche gut dazu passen:

    Film 1

    http://www.youtube.com/watch?v=yP7hnjNfRoU

    Film 2 (das Original hierzu könnt Ihr ja selber googeln 😉

    http://www.youtube.com/watch?v=cMiQcRvlIS0

  19. Christian Kühne schrieb am

    Offenheit und Toleranz für die Schwachen sollte für Piraten, und nicht nur für Piraten, das Motto wohl heissen. Ja aber wer von unserer Piratenpartei hat denn nun mal eine kurze und knappe Idee dem demographischen Dilemma zu entkommen? Satire ist zwar ein guts Mittel der Wahl um bestimmte Themen oder Dogmen schon mal aufzuweichen, trotzdem kann ich aus der sonoren “Neujahrsansprache” (http://www.youtube.com/watch?v=cMiQcRvlIS0) keinen praktikablen Ansatz erkennen. Im Originalton gibt es aber auch keinen gescheiten. So und nach einem Artikel der Lausitzer Rundschau v. 30. Dez 2014 kommen “Trotz Elterngeld und Krippenoffensive (kommen) zu wenig Babys zur Welt”. Hiernach geht ab 2020 sogar auch noch objektiv die reale Chance Kinder zu bekommen deutlich zurück, da unsere deutschen Frauen dann im Durchschnitt die 35 Jahre erreicht haben (Vorwendekinder aus dem Osten). Das ist zwar nicht die Fruchtbarkeitsgrenze, aber nach der Statistik werden Kinder überwiegend zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr geboren.(Nette Aussichten!) Gesetzt den Fall, es werden andererseits gezielt sämtliche “Lücken” mit Einwanderern geschlossen, dann ist das eine gigantische logistische Herausforderung, deren Kosten erst noch mal berechnet werden sollten.

    PS: Meinen Mitgliedsbeitrag habe ich heute überwiesen!

  20. M. S. Europa schrieb am

    Es geht nicht darum, ob man für oder gegen Pegida ist, auch nicht darum, ob man für oder gegen Einwanderung ist. Wenn Deutschland, Europa, oder besser, der Westen allgemein, seine Politik gegenüber armen Ländern und seine Außenpolitik und ich würde sogar sagen, seine Wertvorstellungen nicht grundlegend ändert, wird der Flüchtlingsstrom nie abreißen. Da können wir dann noch so viele Zäune aufstellen, Flüchtlingsbote ignorieren, Pegida- oder Anti-Pegida-Demonstrationen ins Leben rufen. Es wird nix, aber auch gar nix nützen. Die Flüchtlingsströme bleiben die selben. Und je mehr wir uns abschotten, neue offene und versteckte Kriegsschauplätze eröffnen, desto stärker wird der Druck werden. Gegen Pegida und für Einwanderung und für die Aufnahme von Flüchtlingen zu sein, löst nicht das Problem. Für Pegida zu sein, löst aber auch nicht das Problem. Denn Flüchtlinge und Islamisierung sind nur ein Sündenbock. Sie soll Angst erzeugen in der Mitte der Gesellschaft. In Wirklichkeit lenken sowohl die Pegida-Bewegung als auch ihre Gegenbewegung nur ab von einer, in keinem westlichen Land praktizierten, verantwortungsvollen Welt-Politik. Da kann man schauen wohin man will. Man kann natürlich auch die Augen verschließen, oder nur dahin gucken, wo unsere Ego-Scheuklappen einen Spalt breit den Blick frei machen, einen Spalt, der meistens nicht größer ist als der, der entsteht, wenn wir unsere Geldbörsen aufmachen. Wir sind nur bereit zu sehen was man uns womöglich wegnehmen kann, aber nicht das, was wir anderen wegnehmen. Oder was glaubt ihr, wo das ganze Wachstum herkommt? Wir sind für den freien Welthandel. Schicken wir deshalb unsere gebrauchten Klamotten als Spende nach Afrika, damit sich dort keine eigene Textilindustrie etablieren kann? Fangen deswegen vor den Küsten Afrikas chinesische Fischtrawler die Küstengewässer leer, so dass für die einheimische Bevölkerung kaum noch was übrig bleibt? Tut die EU etwas dagegen? Nein, im Gegenteil, denn der Fang geht nicht etwa nach China, sondern landet in EU-Häfen. Warum mischt sich der Westen immer wieder in die Machtverhältnisse anderer Länder ein; warum braucht es immer wieder neue Machthaber? Weil man ihnen dann Waffen verkaufen kann? Wer macht hier eigentlich die Politik? Sind das noch die Politiker? Es ist die Wirtschaft. Für verantwortungsvolle Politik braucht es einen starken Staat. Die Wirtschaft fordert jedoch von Jahr zu Jahr mehr Deregulierung, sprich: weniger Staat. Ich sage: der Staat ist längst viel zu schwach um die Schwachen zu schützen. Und die Wirtschaft wird es nicht tun. Die kümmert sich nur um Bilanzen. Sie hat keine Moral. Ihr Ideal ist der Gewinn. Das ist das eigentliche Thema um das es hier geht. Ein starker Staat ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Faschismus, Kommunismus oder einer anderen Art von Totalitarismus. Ein schwacher Staat jedoch, begibt sich unweigerlich in die Hand der Wirtschaft oder in die des organisierten Verbrechens, was meist kein allzu großer Unterschied ist. Dieser Weg wird auch für die Menschen im Westen ein Weg in die Unfreiheit sein, wenn wir nicht in der Lage sind, jeder für sich, genügend Geld zu horten, um sich seine Freiheit zu erkaufen, oder eben der Demokratie und dem Staat wieder ein Stück weit mehr Macht zuzubilligen, vor allem über die Wirtschaft, die ihre Finger überall reinsteckt – auch dort, wo sie nichts zu suchen hat. Die Stärke des Staates geht einher mit der Unabhängigkeit der Volksvertreter und der Freiheit der Presse und der Medien. Da hapert es gewaltig, weil auch hier große kaum mehr zu entflechtende Abhängigkeiten bestehen. Die politische Mitte reicht mir persönlich schon lange nicht mehr, damit ich mich im politischen Spektrum des Bundestages wiederfinde. Ich glaube, die Mitte ist inzwischen in Ihrer Mehrheit links. Und hier versucht sich darum – um wieder auf die Pegida-Bewegung zurück zu kommen und da kann man dann auch getrost das AfD-Phänomen hinzuzählen – auch eine Sammelbewegung zu etablieren, die hier ein Gegengewicht zu den linken Kräften zu bilden, die wohl leider zu großen Teilen nicht mehr wählen gehen, oder sich in Splitterparteien selbstentmachten. Hier sind Fliehkräfte am Werk, die die politische Mitte auseinander reißen können. Welcher Art Pegida und AfD sind kann ich mir denken. Sie geben sich bewusst harmlos, denn nur so können sie weit in die Mitte der Gesellschaft dringen. Im Grunde ist es aber genau jene Koalition des Egoismus, die die jetzige Politik in noch schlimmerer form weiterführen würde. Hier treffen sich nämlich extreme und moderate Rassisten, Hobby-Gewalttäter, Besitzstandswahrer, ängstliche Spießbürger und gläubige Neoliberale. Ein Konglomerat, das auf den ersten Blick politisch nicht viel gemeinsam hat. Dem gegenüber sollte sich eine Koalition des Gemeinwohls formieren und sich nicht noch gegenseitig das Leben schwer machen, wie das vor allem bei den verschiedenen linken Kräften oftmals der Fall ist. Diese Koalition des Gemeinwohls darf sich jedoch nicht in einer Anti-Pegida-Position erschöpfen, sondern auch in anderen Ecken einmal aufräumen, wo die Gefahr besteht, dass das Gemeinwohl unter die Räder kommt. Und das sehe ich das Problem … man will nicht über das Pegida-Problem hinaus an einem solchen Gemeinwohl-Strang ziehen. SPD und Grüne haben sind dafür schon viel zu viel im liberalen Politspektrum verirrt, als dass sich hier eine grundsätzliche Umorientierung Richtung Gemeinwohl abzeichnen könnte. Also bleibt es wohl bei Pegida und dieser auf Engstirnigkeit getrimmte Sicht auf die Politik dieser Tage. Soll man da noch mitmachen? Dafür oder dagegen? Das eine ist mir zu dumm, aber das andere im Grunde auch …

  21. Rüdiger schrieb am

    M.S. Europa trifft den Nagel auf den Kopf! Genau von der Seite muss ich das betrachten! Unabhängig davon, wenn ich bedenke, welche Mittel das bestehende System zur Verfügung gehabt hat, dann ist es ein Armutszeugnis, dass das Vertrauen so vieler Menschen überhaupt verspielt werden konnte. Im übrigen, wählen tue ich, wenn ich, überhaupt eine Wahl habe, oder ich wenigstens im Detail das Gefühl habe etwas mit meiner Wahl, bewirken zu können. Inzwischen bewirke ich aber gelegentlich mehr, wenn ich, nicht wähle. Und von einer Einteilung in Rechts oder Links halte ich inzwischen überhaupt nichts mehr. Dafür halte ich mehr von einer universellen Einteilung in Wahrheit oder Lüge, friedlich oder kriegerisch, aufrichtig oder korrumpiert, werterhaltend oder zerbrechlich, gesund erhaltend oder krankheitsfördernd usw.

    Natürlich, es ist schon alles ausgesprochen worden und trotzdem sollte jeder mit seinen Worten mitreden, oder sich anderweitig friedlich verständlich machen und das gerade, weil keiner von uns Menschen die perfekte Sichtweise für alle haben kann. Ausserdem ist es ja auch so, dass ich mich im Dialog auch weiterentwickeln und festigen kann. Ich bin mir übrigens Sicher, dass dies Menschen mit extremeren Ansichten gegebenenfalls auch zu gemäßigteren Ansichten führen kann, sofern diese überhaupt frei agieren.

  22. Rüdiger schrieb am

    Nachtrag, unter folgendem Link habe ich zu diesem Thema noch etwas gefunden:

    http://www.epochtimes.de/PEGIDA-Medienmanipulation-Warum-das-Medientheater-um-Pegida-das-eigentliche-Problem-ist-a1212194.html

    Dieser Artikel ist wahrscheinlich einer der Besten, der zum Thema Pegida erschienen ist. Statt Geheimdienste könnte man auch schreiben, “wirkliche Eliten, die den Machtwechsel wollen”. Pegida könnte vielleicht ein Werkzeug sein, um das Volk gegen die politische Klasse aufzuhetzen. Es bleibt also weiterhin sehr spannend!

Schreibe einen Kommentar

Weitere Kommentare sind eventuell auf der Website zu finden, die den Artikel ursprünglich veröffentlicht hat.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *

Weitere Informationen

Kontakt

Aktuelle Termine

  • 04.04.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 18.04.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 02.05.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 16.05.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 30.05.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 13.06.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
  • 27.06.2017 19:00
    Piratentreffen
    Romeo e Giulietta, Münchner Str. 49, 85051 Ingolstadt
More »